Warum Krisen zum Leben dazu gehören – und du sie unbedingt anpacken solltest
Unsere Lebensreise gleicht einer Heldenreise. Und wie jeder werdende Held Herausforderungen meistern muss, um die Not zu wenden, so können auch wir an unseren Krisen wachsen.
Wenn du persönlich wachsen willst, musst du Lebenskrisen bewältigen. Das ist der wesentliche Sinn von Krisen.
Die Bedeutung des Wortes „Krise - wéiji“ das sich im Chinesischen aus zwei Schriftzeichen zusammen setzt – das erste „wéi“ bedeutet Gefahr und das zweite „ji“ Chance oder Gelegenheit - macht deutlich, dass in einer Krise nicht nur eine Gefahr droht, sondern uns auch gleich die Chance geboten wird, an ihr zu wachsen.
Wenn uns eine Krise trifft, fühlen wir uns bedroht, haben Angst, sind verzweifelt und wissen oft nicht, wie es weitergeht. Machen wir uns bewusst, dass in jeder Krise ein Sinn liegt, können wir sie leichter akzeptieren und bewältigen.
Krisen können wir nur überwinden, wenn wir bereit sind, die Situation so anzunehmen, wie sie jetzt ist. Wir müssen uns ihr stellen und alles dafür tun, sie zu meistern. Dabei gehen wir durch einen großen Wachstumsprozess, der von uns verlangt, dass wir uns ändern. Vielleicht müssen wir unsere festgefahrenen Vorstellungen von dem, wie etwas zu sein hat oder wie wir etwas tun müssen, aufgeben. Nur wenn wir dazu bereit sind, werden wir den Weg finden, der uns aus der schmerzhaften Situation befreit.
Es hängt von uns ab, ob wir die Chance nutzen oder ob wir erstarren und nur das Bedrohende und Schlimme sehen.
„Egal was kommt, geh weiter, schaue nach vorne!“ Diese Lebenseinstellung gab mir die Kraft, Herausforderungen anzunehmen und zu bewältigen. Auch wenn ich vieles loslassen musste, so habe ich auch viel gewonnen, wie Lebensfreude, neue Talente entdeckt, meine Berufung gefunden, Freiheit und die Kraft vieles meistern zu können. Jede Krise die ich gemeistert habe, hat mich stärker, menschlicher, reifer und mutiger gemacht hat.
Deshalb kann ich dich nur ermutigen, dir eine ähnliche Lebenseinstellung anzutrainieren. Auch wenn es anfangs schwer ist, neue Einstellungen zu verinnerlichen, es lohnt sich. Immer dann, wenn es schwierig wird, lies dir diesen Satz oder einen dich stärkenden Satz so lange laut vor, bis du wieder Mut hast und weitergehen kannst.
Hier einige ermutigende Sätze:
Ich gehe mutig meinen Weg und nehme jedes Hindernis.
Ich vertraue darauf, dass alles gut ausgehen wird.
Ich habe die Kraft, diese Situation zu meistern, sonst wäre sie nicht geschehen.
Diese verschiedenen Lebenskrisen gibt es und so kannst du sie meistern
Bestimmte Lebenskrisen wie die Geburt, Einschulung, Pubertät, Erwachsen werden, Midlife-Crisis, Alter und das letzte große Loslassen müssen alle Menschen bewältigen. Die erste Krise, die jeder lebende Mensch erfolgreich gemeistert hat, war seine Geburt. Für das Baby ist die Geburt hoch dramatisch und ein Kampf um Leben und Tod. Bei diesem Kampf erwirbt es die Fähigkeit, spätere Herausforderungen erfolgreich bewältigen zu können. Da du lebst, hast auch du diesen Kampf gewonnen und bist somit fähig, Krisen zu bewältigen. Daran solltest du dich erinnern, wenn du glaubst, eine Situation nicht meistern zu können.
Andere Krisen treffen uns persönlich z. B. Verluste geliebter Menschen oder Tiere, Verlust des Arbeitsplatzes, Insolvenz, Wohnungswechsel, Trennungen, Scheidungen, finanzielle Verluste, Verrat, Unfall, Versagen bei Prüfungen u. a..
Eine solche Herausforderung erlebt jeder Mensch auf ganz persönliche Art. Das eine Problem meistern wir relativ leicht, während ein anderes uns den Boden unten den Füßen wegzieht. Für den einen ist zum Beispiel eine Trennung leichter zu bewältigen, ein anderer tut sich schwer damit. Wie wir eine Not meistern und wie lange wir dafür brauchen, ist sehr individuell und hat mit unseren persönlichen Prägungen und Erfahrungen zu tun.
Frage dich:
Wie habe ich bereits andere Herausforderungen gemeistert?
Wie habe ich gelernt, mit schwierigen Situationen umzugehen?
Was denke ich über mich und meine Fähigkeiten, Schwieriges meistern zu können?
Was wir gelernt haben, was wir von uns und der Welt glauben, hat einen großen Einfluss darauf, wie wir Lebenskrisen bewältigen.
Doch egal, was du von dir glaubst. Du bist fähig über dich hinauszuwachsen und scheinbar Unmögliches möglich zu machen. Erinnere dich! Du hast deine Geburt überlebt.
Die sieben Phasen, die jeder durchlaufen muss, um eine Krise erfolgreich zu überwinden
In jeder Krise durchlaufen wir unterschiedliche Phasen. Jede Phase ist wichtig und jede sollte erfolgreich abgeschlossen werden. Dann werden wir die Krise überwinden und an Stärke und Selbstvertrauen gewinnen.
Phase 1: Schockierendes Ereignis
Ein Ereignis trifft uns so sehr, dass wir es nicht fassen können. Wir erleben es oft als Schock. In dieser Phase beginnen wir zu kämpfen oder wir laufen davon oder wir erstarren und fühlen uns ohnmächtig. Hier helfen uns Menschen, die uns Halt geben und auffangen.
Phase 2: Ablehnung
Wir können oder wollen nicht wahrhaben, was geschehen ist und wehren uns dagegen. Gedanken quälen uns, wie „Das kann nicht wahr sein!“, „Das ist ein Irrtum!”, „Das ist nur ein Albtraum!“
Phase 3: Einsicht
Langsam nehmen wir die Wahrheit an. Wir hören auf zu kämpfen und gewinnen Abstand.
Phase 4: Verarbeitung
In dieser schmerzhaften Phase verarbeiten wir das Erlebte. Wir finden wieder zu uns und unserer Kraft. Wir erkennen, dass wir zu viel mehr fähig sind, als wir glaubten.
Phase 5: Neues wagen
Jetzt sind wir bereit, Neues auszuprobieren. Anfangs vielleicht noch zögerlich. Mit jedem Schritt, den wir gehen, werden wir mutiger und erkennen, dass uns das Leben noch mehr zu bieten hat.
Phase 6 : Erkenntnisse
Wir fühlen uns wieder sicher und stabil. Jetzt sind wir bereit, uns zu fragen: „Wofür war die Krise wichtig? Was habe ich aus ihr gelernt?“ Vielleicht haben wir uns von alten Verhaltensmustern gelöst, neue Fähigkeiten entwickelt oder haben erkannt, dass wir in eine falsche Richtung gegangen sind.
Phase 7: Integration
Die Krise ist gemeistert. Wir fühlen uns befreit und erkennen, dass wir reifer, bewusster und stärker geworden sind. Nun wissen wir um die Chance, die in jedem Schicksalsschlag verborgen ist.
Bringe Licht ins Dunkel! Wer und was dir dabei helfen kann, deine Lebenskrise zu meistern
1. Suche dir Unterstützung bei Menschen, denen du vertraust, bei denen du dich sicher und geschützt fühlst. Das können Freunde sein, Familienmitglieder, die dir zuhören, dich umsorgen, dir helfen, deinen Alltag zu organisieren, die dich begleiten. Solltest du in deinem Umfeld keinen Menschen finden, der dazu bereit ist oder dem du vertrauen kannst, dann suche dir professionelle Hilfe.
Wenn du gerade in einer akuten Lebenskrise steckst, du dringend Hilfe brauchst, dann wende dich an Hilfsnotdienste wie z. B.:
Soforthilfe: https://www.psychenet.de/de/hilfe-finden/schnelle-hilfe/soforthilfe.html
Telefonseelsorge: https://www.telefonseelsorge.de/telefon/
Caritas: https://www.caritas.de/onlineberatung
Wenn du gerade keine Hilfe findest, tue alles, um deine Nerven zu entspannen, z. B. durch tiefes Atmen oder laufen an der frischen Luft. Wichtig ist, dass du zur Ruhe kommst. Dann wirst du bald wieder klarer denken.
2. Werde aktiv! Sobald du etwas tust, wirst du dich besser fühlen. Konzentriere dich auf das, was du tun kannst und nicht auf das, was du nicht ändern kannst.
Frage dich: „Was kann ich jetzt tun, um diese Situation zu verbessern?“ Auch wenn es nur sehr wenig ist, was du ändern kannst. Ein wenig geht immer und jeder Schritt in eine bessere Richtung wird belohnt.
Frage dich: „Wer kann mir jetzt helfen?“ Freunde, Familienmitglieder, liebe Menschen, denen du dich anvertrauen kannst?“
Nimm dir ein paar Tage Zeit, um wieder zu dir selbst zu finden.
Lies Bücher, z.B. Ratgeber zu dem Thema, schaue dir Filme von Menschen an, die an Schicksalsschlägen gewachsen sind, spirituelle Filme oder Filme über Helden und Heldinnen, z. B. Hidden Figures – Unbekannte Heldinnen, Pan´s Labyrinth, Little Buddha, Finde Dich! https://www.pantaray.tv/finde-dich
Buche Seminare, die deine persönliche Entwicklung fördern. Im Internet findest du viele gute Angebote.
Finde innere Ruhe - meditiere, mache Yoga, gehe in die Natur. Auf Youtube gibt es viele schöne geführte Seelenreisen, die dir helfen. Suche nach „Geführten Meditationen“. Du kannst dir auch gerne meine Meditation, die dich mit deiner inneren Führung in Kontakt bringt, herunterladen. https://www.bewusstfrei.de/
Frage dich: „Kann mir ein Coach oder eine Therapie helfen?”
Suche dir eine Selbsthilfegruppe oder andere Menschen, die in einer ähnlichen Situation sind oder waren. Sie verstehen dich und helfen dir gerne.
3. Nimm an, was nicht zu ändern ist
Das beutet nicht, dass du das Geschehene gutheißen musst. Annehmen bedeutet aufhören zu kämpfen und zu akzeptieren was ist. Dann entspannt sich die Situation und du kannst wieder nach vorne schauen.
4. Nimm die schönen Dinge um dich herum wahr
Lass dich berühren von den warmen Sonnenstrahlen, lausche dem Zwitschern der Vögel, genieße das Lachen der Kinder, rieche den Duft der Blumen, sieh das Funkeln der Sterne, lass dich streicheln vom Wind, genieße die Tasse Tee oder Kaffee am Morgen, freue dich auf den Besuch eines Freundes, nimm die Freundlichkeit deiner Mitmenschen wahr.… Auch wenn es dir schwerfällt, sieh das Schöne und um dich herum. Das macht es leichter und du gewinnst wieder deine Lebensfreude.
5. Suche dir professionelle Hilfe
Wenn du das Gefühl hast, du schaffst es nicht alleine, scheue dich nicht, dir Hilfe zu suchen. Auch wenn du glaubst, versagt zu haben oder es dir schwerfällt, dir einzugestehen, dass du nicht mehr weiter weißt, hole dir Hilfe. Das ist keine Schande. Im Gegenteil, es zeugt von Stärke, sich einzugestehen, dass man alleine nicht mehr weiter kann.
Suche dir einen guten Begleiter, Therapeuten oder Coach. Viele von ihnen sind selbst durch harte Zeiten gegangen. Sie verstehen dich und kennen den Weg aus der Krise.
In meinen Krisenzeiten war ich sehr froh um die therapeutische Begleitung. Das half mir, durch die schwierigen Zeiten zu gehen, meine Ängste zu überwinden und mein Leben wieder in eine bessere Richtung zu lenken.
Wenn du nicht mehr weiter weißt. Wenn du schon längere Zeit in einer schweren Krise steckst oder sogar Selbstmordgedanken hegst, suche dir sofort professionelle Hilfe. Abwarten hilft nicht. Es treibt dich nur noch mehr in die Ausweglosigkeit.
6. Lerne und lasse dich inspirieren
Finde und tue Dinge, die dich inspirieren. Es gibt sicherlich Bücher, Filme, Orte, Menschen, Seminare, die dich inspirieren und dir Mut machen. Tue Dinge, die du noch nie gemacht hast, z. B. fahre alleine in Urlaub, mache den Segelschein, lerne eine Fremdsprache oder gehe in einen Tanzkurs. Frage dich: „Gibt es Dinge, die ich noch gerne lernen möchte?“ Neues zu entdecken macht Spaß und es erweitert deinen Horizont. Ich liebe es zu lernen. Zurzeit lerne ich gerade „Populär“ zu werden. Das heißt, ich lerne besser zu schreiben. Das fordert mich heraus und es macht riesigen Spaß. Und während ich lese, was ich heute zu Papier gebracht habe, freue ich mich, weil ich erkenne, dass ich schon viel besser schreibe. Wie steht es mit dir? Konnte ich dich inspirieren?
Lese Bücher und Biografien von Menschen, die Krisen erfolgreich bewältigt und Außergewöhnliches geleistet haben. Sie sind eine wahre Quelle an Inspiration. Du kannst von ihnen sehr viel lernen.
7. Erinnere dich an deine Stärken
In einer akuten Lebenskrise sehen wir meist nur das Schlimme und deuten unsere Sicht auf das Geschehene als die absolute Wahrheit. Damit schließen wir alles andere aus. Das ist völlig normal. Aber es ist wichtig zu wissen, dass wir nicht das Ganze sehen, sondern nur einen kleinen Teil der Realität. Zum Glück ändert sich auch wieder unsere Sicht und wir sehen nach einiger Zeit wieder klarer. Dann sollten wir uns an unsere Stärken erinnern. Du hast sicherlich schon einige Probleme gelöst. Schau zurück und erkenne, was du schon alles gemeistert hast. Erinnere dich, was du damals getan hast, was dir gutgetan hat, wie du die Krise gemeistert hast. Dann erkennst du deine Stärken. Mache sie dir bewusst. Zu wissen, was du bereits aus eigener Kraft bewältigt hast, stärkt dein Selbstvertrauen und gibt dir Zuversicht.
8. Verbinde dich mit der Kraft, die größer ist als du
Jeder Mensch ist in etwas Größeres eingebunden. Diese größere Intelligenz spricht zu uns über unsere Intuition und unser Herz. Auch wenn du nicht an diese Intelligenz glaubst, so wird dir dein Herz und deine Intuition Antworten auf deine Fragen geben. Vertraust du dieser Kraft - du kannst sie auch Gott, den Schöpfer, die universelle Kraft nennen oder ihr einen andern Namen geben - hilft sie dir, schwierige Situationen zu meistern. Frage dich: „Wie komme ich mit dieser Kraft in Kontakt?“ Auch wenn du keiner Religion angehörst, kann dich beten und meditieren mit einer höheren Intelligenz verbinden. Daraus kannst du die Kraft schöpfen, deine Krise zu meistern.
Suche dir eine Meditationsgruppe, buche Seminare und Workshops, die deine persönliche und spirituelle Entwicklung fördern. Das wird dir helfen dein Problem zu lösen und den darin liegenden Sinn zu erkennen. Heute gibt es viele gute Angebote, sodass du etwas passendes für dich finden wirst.
9. Alles hat ein Ende
Nichts bleibt, wie es ist. Nach dem Tag folgt die Nacht, auf die Flut folgt die Ebbe und nach dem Regen scheint die Sonne. Das ist der Rhythmus des Lebens, der auch dein Leben bestimmt. Mache dir bewusst, egal, wie schlecht es dir gerade geht und wie aussichtslos deine Situation scheint, sie geht vorüber.
10. Erkenne den Sinn
Frage Dich: „Was will mir diese Krise zeigen? Was kann ich aus dieser Krise lernen?“
Findest du einen Sinn in der Situation, z. B. dass du dich bei all deiner Sorge um die anderen selbst vergessen hast, dann fällt es dir leichter, sie überwinden.
Vor einiger Zeit bekam ich Zahnprobleme. Meine innere Stimme sage mir: „Mädel, geh zum Zahnarzt!” Doch andere Dinge waren mir wichtiger und so verschob ich den Zahnarztbesuch auf später. Am Ende bekam ich richtige Schmerzen. Den Sinn konnte ich sofort erkennen - verschiebe nichts auf morgen und höre auf deinen Körper. Doch nicht immer ist der Sinn so leicht zu erkennen. Manchmal muss man viel länger und tiefer bohren, bis einem klar wird, worin der Sinn der Krise liegt. Ein Beispiel: Eine Klientin bekam starke Rückenschmerzen, die sie sich nicht erklären konnte. Sie wusste, dass die Symptome sie auf etwas hinweisen wollten. Sie stellte sich immer wieder die Frage: „Was wollen mir diese Schmerzen mitteilen?“ Es brauchte etwas Zeit, bis sie den verborgenen Sinn erkennen konnte. Durch einen Arbeitsunfall verlor sie ihre innere Stabilität. Sie hatte den Unfall vergessen und nie daran gedacht, dass er mit ihren Rückproblemen zu tun hatte. Als sie sich an den Unfall erinnerte, wurde ihr bewusst, dass sie kündigen und sich eine neue Existenz aufbauen musste.
Egal in welcher schwierigen Situation du steckst, frage dich, was die Situation dir sagen möchte. Auch wenn du den Sinn nicht sofort erkennst, bleib dran, er wird sich dir zeigen. Vielleicht liegt der Sinn darin, dass du lernen darfst loszulassen, dass du dir selbst mehr vertrauen sollst oder dass du dein Leben ändern musst. Erkennst du den Sinn, wird es dir möglich, auch schwere Schicksalsschläge zu verkraften.
„Jede Krise, die du meisterst verändert dich - meist zum Besseren“
Du schenkst den alltäglichen Aufgaben wieder mehr Aufmerksamkeit.
Du erkennst, was dir wirklich wichtig ist.
Du weißt jetzt, wer dich wirklich mag und wer dir in der Not hilft.
Du hörst mehr auf die Botschaften des Körpers.
Du lebst bewusster und lernst dich besser kennen.
Du nimmst dich so an, wie du bist.
Du änderst schlechte Gewohnheiten und Verhaltensmuster.
Du entdeckst neue Talente.
Du wirst stärker und mutiger.
Du wächst über dich hinaus und machst deine Träume wahr.
Was du in einer Lebenskrise auf gar keinen Fall tun solltest
Wenn eine Krise uns trifft, neigen wir dazu, entweder die Fehler bei uns zu suchen oder anderen die Schuld zu geben. Wir fühlen uns verletzt, verraten und hintergangen. Dann reagieren wir meist unbesonnen und machen das Ganze nur noch schlimmer. Später tut es uns leid.
Das solltest du vermeiden oder sofort damit aufhören:
Gibst du dir die Schuld und suchst die Fehler nur bei dir? Höre damit auf. Nach dem eigenen Anteil zu suchen, der zu dieser Situation beigetragen hat, ist in Ordnung. Doch nur sich selbst die Schuld zu geben, ist töricht, denn niemand trägt die Schuld alleine. Du erniedrigst und schwächst dich nur selbst. Tust du das, bist auch nicht mehr fähig, für deine Interessen auf eine gute und angemessene Art einzustehen.
Neigst du eher dazu, anderen die Schuld zu geben. Höre damit auf. Denn auch hier gilt, niemand trägt an dem, was geschehen ist, die Schuld allein. Das ist nicht immer leicht, denn oft hat dein Gegenüber dich verletzt, dir ein Unrecht angetan oder dir sogar einen Schaden zugefügt. Das ist sehr schlimm. Doch wenn du den anderen weiterhin beschuldigst, hilft das nicht. Du bleibst im Schmerz gefangen und versperrst dir selbst die Sicht auf eine gute Lösung.
Fühle dich auch nicht als Opfer. Du schwächst dich und nimmst dir deine eigene Würde. Auch wenn es schwer ist, bedenke dein Wesenskern, deine Seele - wie immer du es nennst - möchte, dass du stärker wirst und dein Leben selbst in die Hand nimmst. Opfer bleiben bedürftig.
Verschwende nicht deine wertvolle Lebenszeit. Wenn es schwierig wird und du keinen Ausweg siehst, niemand dir helfen kann, dann warte nicht zu lange - suche dir professionelle Hilfe. Leiden macht es nicht nur für dich schlimmer, sondern auch für die Menschen, die dich lieben.
Vermeide die Flucht in die Sucht. Egal um welche Suchtmittel es sich handelt, dadurch wird es nicht besser. Im Gegenteil, sie kann zu einem Verhängnis werden. Sucht verhindert oft auf lange Zeit und manchmal sogar für immer die Befreiung. Nicht nur Alkohol, Drogen, Medikamente führen zur Sucht, auch Essen, Arbeit, Fernsehen, Internet u. a. können süchtig machen. Immer dann, wenn du merkst, dass etwas zu viel wird, ist es Zeit, dich zu fragen: „Bin ich auf dem Weg in die Abhängigkeit?“ Höre dann sofort damit auf, bevor es zu spät ist. Sucht entsteht nicht plötzlich. Sie entwickelt sich schleichend und wir bemerken es oft erst spät. Dann ist die Sucht das größere und schlimmere Problem. Der Weg aus der Sucht fordert von dir oft viel mehr als die Auseinandersetzung mit dem ursprünglichen Problem.
Du bist der wichtigste Mensch in deinen Leben
Nimm „DICH“ und deine Bedürfnisse ernst. Setze dein Wohlbefinden und deine Gesundheit an die erste Stelle. Gestalte dein Leben nach deinen Werten und Maßstäben. Verabschiede dich von allem, was dir nicht gut tut.
Frage dich: „Wie sehr liebe ich mich, wenn mich sonst niemand liebt?
Deine radikale Selbstliebe ist das größte Geschenk, das du dir und den Menschen, die du liebst und die dich lieben, machen kannst. Je mehr du dich selbst liebst, umso mehr werden dich andere lieben.
Nehme dir Zeit, deine Bedürfnisse zu erkennen. Sei es dir „Wert“, dir jeden Tag etwas Gutes zu tun. Führe gesunde Gewohnheiten ein, z. B. genieße gesundes Essen, mache jeden Tag einen Spaziergang in der Natur, höre schöne Musik, tanze, wandere, male, lese gute Bücher, lache viel, lerne Neues, gehe in die Sauna, verbringe Zeit mit positiven, frohen Menschen.
Suche nach dem, was dein Wohlbefinden stärkt und dich glücklich macht.
Fange gleich damit an, bevor eine Krise dich das lehren wird.